Blaulicht

Cyberkriminalität: Anklage wegen „Voice Phishing“ erhoben

2019-02-14 10:00:00
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Quelle: Bundesanwaltschaft

Bern, 14.02.2019 - Die Bundesanwaltschaft (BA) hat im Bereich der Cyberkriminalität ein Strafverfahren abgeschlossen und beim Bundesstrafgericht in Bellinzona Anklage gegen eine Person erhoben, wie die Bundesanwaltschaft ausführt.

Die nun angeklagte Frau war mutmasslich Mitglied einer kriminellen Gruppierung, welche mittels „Voice Phishing“ im Zeitraum von März 2016 bis Juli 2018 in der Schweiz aktiv war. Im seit Mai 2017 eröffneten Strafverfahren erhob die BA Anklage gegen eine Person wegen des Verdachts auf gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage ( Artikel 147 Absatz 1 i.V.m.

Absatz 2 des Schweizerischen Strafgesetzbuches StGB). Der angeklagten Frau werde vorgeworfen, im Rahmen einer international aktiven Gruppierung mittels Telefonanrufen E-Banking-Daten erlangt zu haben (Voice Phishing).

Mit diesen Daten wurden unberechtigterweise Überweisungen zu Lasten von etwa 50 Geschädigten in der Schweiz in der Höhe von mehr als CHF 2 Millionen getätigt. Dank enger Zusammenarbeit mit den niederländischen Behörden und mit Unterstützung des Bundesamtes für Polizei fedpol und Eurojust konnte die Täterin in den Niederlanden lokalisiert und identifiziert werden.

Darauf wurde sie in Rotterdam verhaftet und in die Schweiz ausgeliefert, wo sie sich nun im Rahmen eines abgekürzten Verfahrens ( Artikel 358 ff der Schweizerischen Strafprozessordnung StPO) vor dem Bundesstrafgericht zu verantworten hat. Mit Einreichung der Anklageschrift sei das Bundesstrafgericht für weitere Informationen zuständig.Abgekürztes Verfahren ( Artikel 358 ff StPO):Das abgekürzte Verfahren ermöglicht unter gewissen Voraussetzungen eine beschleunigte Verfahrenserledigung.

Ist der Beschuldigte im Wesentlichen geständig und habe er die Zivilforderungen im Grundsatz anerkannt, muss insbesondere nicht mehr über sämtliche Einzelheiten Beweis geführt werden. Der anerkannte Sachverhalt werde zu einem Anklageentwurf verarbeitet, mit dem Beschuldigte und Geschädigte einverstanden sein müssen.

Die Anklageschrift werde anschliessend dem Gericht in Form eines Urteilsvorschlages unterbreitet. Das Gericht prüft, ob die Durchführung des abgekürzten Verfahrens rechtmässig und angebracht ist, die Anklage mit dem Ergebnis der Hauptverhandlung und den Akten übereinstimmt und die beantragten Sanktionen angemessen sind.

Erachtet das Gericht die Voraussetzungen für das abgekürzte Verfahren als erfüllt, erhebt es die Anklageschrift zum Urteil. Andernfalls kommt das ordentliche Verfahren zum Tragen..

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